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Der Zeitwohnen-Blog aus Berlin

12 Argumente gegen den Mietendeckel

Belforterstrasse Berlin

80% aller Berliner befürworten angeblich für den Mietendeckel. Um diese breite Zustimmung zu erzielen, werden nicht nur die Mieten derer gesenkt, die sich Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten können. Auch die Mieten derer, die sich für teure Wohnungen in zentralen Lagen entscheiden, sollen billig werden. Das Ausstattungsniveau und die Lage spielen kaum mehr eine Rolle. Auch Diktatoren wie Franco oder Hitler verteilten übrigens gerne Mietendeckelgeschenke an die Bevölkerung. Bisher brachte der Mietendeckel in keinem Versuch den gewünschten Erfolg. Eher das Gegenteil.

Hier die 12 wichtigsten Argumente gegen den Mietendeckel.

Der Mietendeckel schafft Scheinangebote

Aber was nützt es? Bei den günstigen Mietangeboten handelt es sich um Scheinangebote. Theoretisch günstig, aber nicht zu bekommen.

Der Mietendeckel bringt Stillstand: Keine Umzüge und Leerstand

Günstige Mieter führen dazu, dass niemand mehr aus – oder umzieht. Paare, die zusammenziehen wollten, werden die zweite Wohnung halten. Und diejenigen, die eigentlich wegziehen wollten und nur noch sporadisch in Berlin sind, werden sie nur noch ab und zu nutzen und die Wohnung ansonsten leer stehen lassen.

Der Mietendeckel schafft Ruinen

Ohne Wettbewerb und Aussicht auf Gewinn, wird kaum ein Vermieter Rücklagen bilden und
in die kontinuierliche Pflege seiner Immobilie setzen. Warum sollte ein Vermieter auch investieren? Der bessere Erhaltungszustand bringt keine höhere Rendite. Gebäude werden mehr und mehr verkommen.

Der Mietendeckel verhindert die Erreichung der Klimaziele

Der Mietendeckel verhindert Investitionen, unter anderem auch die in energetische Sanierungen und verhindert die Erreichung der Klimaziele.

Der Metendeckel verhindert Bauen und schafft keine neuen Wohnungen

Neubauten, die nach 2014 errichtet wurden, fallen nicht unter den Mietendeckel. Trotzdem ist nicht zu erwarten, dass private Investoren in nächster Zeit in die Errichtung von Neubau-Mietwohnungen investieren werden. Es fehlt die Rechtssicherheit. Wer garantiert, dass nicht auch bald die Mieten für Neubauten nach 2014 gedeckelt werden? Neubauten werden dann wohl nur noch für Selbstnutzer interessant sein.

Mietendeckel führt zu Wohnraumverschwendung

Wird eine große Altbauwohnung frei, war es bisher gewinnbringender, diese zu teilen und in zwei Wohnungen zu verwandeln. Der Vermieter konnte eine höhere Miete erzielen und der vorhandene Raum bot Platz für mehrere Mieter. In Berlin verfügt jede Person im Durchschnitt über 39,2m². Und liegt damit an der Spitze der europäischen Metropolen. Dies zeigt, dass eigentlich viel Wohnraum und Platz vorhanden ist, Die Aufteilung ist das Problem. Statt weiterhin große Wohnungen aufzuteilen, führt der Mietendeckel dazu, dass große Altbauwohnungen erhalten bleiben. Bei günstigen Mieten kann sich dann eine Person eine riesengroße Wohnung leisten.

Der Mietendeckel vernichtet Werte

Jahrelang wurden Menschen dazu animiert, privat fürs Alter vorzusorgen und sich nicht auf die Rente zu verlassen. Viele haben in Immobilien investiert. Nicht nur die Wohlhabenden. Der Mietendeckel verringert den Ertrag und den Wert der Immobilie. Im schlimmsten Fall können Kredite nicht mehr bedient werden.

Der Mietendeckel ist unökonomisch

Gut verdienender Miete können hohe Mieten bezahlen, die dann wiederum vom Vermieter versteuert werden. Unklar bleibt, warum Berlin auf diese Steuereinnahmen verzichte. Viel sinnvoller wäre es, durch Steuereinnahmen Bauprojekte zu fördern oder bedürftige, nicht alle, Mieter durch die Zahlung von Wohngeld zu unterstützen.

Zur Durchsetzung und Überprüfung des Mietendeckels wollen die Behörden weitere Mitarbeiter einstellen. Ein frommer Wunsch. Schon jetzt gibt es viele offene Stellen, z.B. bei den Bürgerämtern, aber man findet keine Mitarbeiter. Ob die Mitarbeiterakquise für das Projekt Mietendeckel Erfolg haben wird, ist ungewiss. Es stellt sich zudem die Frage, warum die Stadt Berlin nicht Mitarbeiter einstellt, die an zukunftsgerichteten Projekten arbeiten, wie z.B. Städtebau, Baugenehmigungen erteilen etc. Stattdessen wird es noch mehr Kontrollen und Bürokratie geben, ohne dass dadruch ein volkswirtschaftlicher Nutzen erbracht wird.

Der Mietendeckel verhindert Zuzug nach Berlin

Der Mietendeckel bedeutet: Die, die bereits hier sind, sollen billig wohnen, egal wie vermögend sie sind. Und die, die noch nicht hier sind, brauchen gar nicht erst zu kommen. Es soll also alles bleiben wie es ist. Der Mietendeckel verhindert Zuzug aus dem Aus – und Inland nach Berlin. Berlin ist jedoch auf Zuzug von Fachkräften, ganz besonders aus dem Bereich IT, angewiesen. Wenn neue Mietarbeiter von Start-ups keine Wohnungen mehr finden, werden sich die Start-ups auch bald in einer offeneren Stadt niederlassen. n

Der Mietendeckel führt zu Schmiergeldzahlungen

Der Mietendeckel führt dazu, dass Wohnungen nur mehr gegen eine entsprechende Schmiergeldzahlung zu bekommen sind.-

Mieten im Umland werden steigen

Wenn keine Wohnungen mehr in Berlin zu finden sind, werden immer mehr Menschen aufs Umland ausweichen. Die Mietpreie in Oranienburg werden dann höher sein als in der Oranienburger Str. in Mitte und Oranienburg hat dann dasselbe Problem.

Der Mietendeckel nützt den Reichen

Die Preise für attraktive, großzügig geschnittene Wohnungen in guten Lagen werden durch den Mietendeckel sicherlich steigen. Viele Vermieter werden, falls das Verfassungsgericht die Rechtmäßigkeit des Mietendeckels bestätigt, sicherlich verkaufen. An reiche Käufer zur Selbstnutzung . Die Preise für normale Mietwohnungen werden sinken, da diese Wohnungen als Investitionsobjekt nicht mehr attraktiv sind und weniger vermögende nicht über genügend Eigenkapital für den Immobilienkauf verfügen.
Mieter mit niedrigen Einkommen in günstigen Wohnungen in Sozial – oder Genossenschaftswohnungen werden vom Mietendeckel wenig bis kaum profitieren.

Der Mietendeckel verhindert, dass ab Januar hochwertige Wohnungen und Wohnungen in guter Lage vermietet werden

Vermieter werden hochwertig e Wohnungen und Wohnungen in sehr guten Lagen nicht zum Mietendeckelpreis vermieten, falls Wohnungen ab Januar 2020 frei werden. Die Gefahr, nie mehr auf einen marktüblichen Mietpreis erhöhen zu können, ist viel zu groß. Selbst wenn das Gesetz einkassiert wird, kann der Vermieter die Miete dann erst wieder moderat und in Abständen erhöhen.
Vermieter werden ihre Wohnung wohl eher erst mal leer stehen lassen, und abwarten, was die Zukunft bringt. Obwohl natürlich auch Leerstand verboten ist.

Der Mietendeckel verschleiert das eigentliche Problem: Die miserable Wohnungspolitik

Jahrelang wurde versäumt, Wohnungen zu bauen. Besonders Sozialwohnung, und gerade die fehlen jetzt. Es war absehbar, dass es so kommen würde, denn Wohnungen fallen irgendwann aus der Sozialbindung. Anstatt diesen Mietern preisgünstige Sozialwohnungen zu bieten, alimentiert man nun das Wohnen für alle.

Gibt es auch gute Nachrichten?
Alle Juristen, die wir zum Thema Mietendeckel befragt haben, sind sich darüber einig, dass der Mietendeckel verfassungswidrig ist. Schon alleine deshalb, weil es sich nicht um einen Mietendeckel handelt, sondern um eine Absenkung der Mieten.

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