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Möblierte Wohnung auf Zeit: Wann muss der Mieter MwSt. bezahlen?

Mehrwertsteuer für Vermieten auf Zeit

Wieso muss ein Mieter einer Wohnung auf Zeit in Deutschland Mehrwertsteuer bezahlen?

Mieter einer Wohnung auf Zeit müssen oft Mehrwertsteuer bezahlen, und zwar dann, wenn er eine Wohnung für weniger als 6 Monate und einen Tag (!) mietet. Der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Kurzzeitmieten liegt bei 7%.
Ansonsten sind Mieten für Privatwohnungen, und somit auch für Wohnungen auf Zeit, nicht umsatzsteuerpflichtig.

Schuld daran sind weder Vermieter noch Agenturen, sondern der Gesetzgeber. Und Vermieter werden immer öfters vom Finanzamt aufgefordert, Umsatzsteuer zu bezahlen.
Für das Finanzamt zählt die möblierte Vermietung für wenige Monate als Kurzzeitvermietung, ähnlich wie Ferienwohnungen. Dabei ist es egal, ob sich der Mieter wegen seiner beruflichen Tätigkeit oder zu Ausbildungszwecken in Berlin befindet oder nicht.

Was bedeutet dies für den Mieter?

Der Vermieter berechnet, zusätzlich zur Miete, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz. Dieser wird im Mietvertrag separat ausgewiesen. Wenn Sie selbständig sind und vorsteuerabzugsberechtigt sind oder wenn eine Firma mietet, ist die Mehrwertsteuer für Sie ein durchlaufender Posten. Bei Privatmietern leider nicht.
Die gute Nachricht: Obwohl sich die Miete um 7% pro Monat verteuert, ist der Endpreis für Wohnungen auf Zeit immer noch sehr viel günstiger als der Aufenthalt in einem Serviced Apartment, einem Hotel oder in einer Ferienwohnung. Bei einem Mietzeitraum von wenigen Monaten fällt die zusätzliche Mehrwertsteuer von 7% auch nicht groß ins Gewicht.

Was passiert bei Verlängerungen des Mietzeitraumes?

Neuberliner mieten oft erst mal für einen relativ kurzen Zeitraum eine möblierte Wohnung auf Zeit. Sie hoffen nämlich, relativ schnell eine eigene, unmöblierte Wohnung zu finden. Dies gestaltet sich dann aber meistens schwieriger als erwartet. Die Mietpreise sind in den letzten Jahren gestiegen und trotzdem ist die Nachfrage größer als das Angebot. Die meisten Mieter auf Zeit haben es dann doch nicht ganz so eilig mit dem Ausziehen und verlängern den Mietvertrag ihrer möblierten Wohnung. Einmal, zweimal, und manchmal auch noch öfters. Am Ende beträgt die Mietzeit ein Jahr oder noch länger. Auf jeden Fall aber länger als sechs Monate. Theoretisch müsste der Mieter in solch einem Fall von der Umsatzsteuer befreit sein.
Manchmal schließt sich das Finanzamt dieser Argumentation an, manchmal aber auch nicht. Das Finanzamt geht oft vom ursprünglichen Vorhaben aus. Dies war ursprünglich die Kurzzeitvermietung. Es kommt allerdings immer auf das jeweilige Finanzamt, bzw. den einzelnen Finanzbeamten an, von daher lässt sich dies nicht pauschalisieren.

Unser Tipp an Kurzzeitmieter:

  • Falls Umsatzsteuer auf die Miete erhoben wird, sollten Sie überlegen, ob Sie sich nicht gleich für 6 Monate verpflichten können
  • Sprechen Sie mit dem Vermieter und/oder Ihrer Agentur. Oft findet man individuelle Lösungen für den Fall, dass eine Verlängerung des Mietvertrags von insgesamt mehr als sechs Monaten möglich ist.

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